svendborg, daenemark, 26.09.2013

und da ist es nun; das total schiefgegangene anlegemanoever. gestern abend auf der insel omoe.
muede, etwas durchgefroren und hungrig erreiche ich nach einem langen segeltag die oben genannte insel. im lee (windabgewante seite) der insel berge ich die segel. die kleine inselfaehre rauscht an mir vorbei. es ist mittlerweile dunkel als ich den hafen unter motor erreiche. hafeneinfahrt und faehranleger sind eins und die faehre haelt sich mit maschienenkraft in ihrer position, was zur folge hat, dass ein maechtiger querstrom in der einfahrt vorherrscht und sich in dem kleinen hafenbecken fortsetzt. also schoen vorhalten und dicht an der faehre vorbei. ok, geschafft. im hafenhandbuch steht zwar geschrieben, das die heckpfaehle dicht an den stegen stehen, aber das es nur fuenf meter sind, damit habe ich nicht gerechnet. die faein ist klein, aber diese boxen, sind die fuer ruderboote? ich breche das erste manoever ab. war der abstand dahinten nicht groesser? ich schau es mir an, probiere aus, breche das zweite manoever auch ab. gerate in den strom der faehre und werde an einen der heckpfahle gedrueckt. nichts passiert, trotzdem mist. an der einziegen pier, an der man laengsseits festmachen kann, liegen drei boote mit recht kleinem abstand. hinten in der ecke liegen die boot im rechten winkel zueinander, dazwischen etwas platz. letzte chance. ich halte darauf zu, die faehre ist weg das wasser hat sich aber noch nicht ganz beruhigt; das boot ist unruhig. ich aergere mich, das keiner von den hier liegenden booten aus der kajuete kommt, um beim anlegen zu helfen. war das nicht mal selbstverstaendlich? ich fahre in einem spitzen winkel an dem ersten boot vorbei auf den steg zu. der wind drueckt meinen bug vom steg weg, lege den rueckwaertsgang ein. der querliegende ist nur wenige meter vor mir. mensch, die muessen doch merken, dass hier jemand am rotieren ist?! nochmal von vorn. wieder drueckt der wind den bug rum. ich komme nicht dichter ran, schnappe mir meine beiden festmachen und springe auf die pier. das war knapp! bekomme das boot zum stoppen, und nun? nun steh ich hier, aber nichts zum festmachen. poller in zu grossen abstaenden, keine klampen oder dergleichen und der wind baut ordentlich druck auf. provisorisch binde ich die vorleine an dem bretterbelag der pier fest um mit der heckleine moeglichst schnell das boot unter spannung zu bekommen. ich sprinte nach hinten, die provisorische vorleine loest sich. mit wind und welle dreht sich der bug. ich ziehe an der heckleine. zu spaet; mein bug rauscht in die seite des vor mir querliegenden. ich springe zurueck an bord, manoevriere das boot in die beckenmitte. das schiebeluck des betroffenen schiffes oeffnet sich. zwei aeltere herren steigen auf die pier. „i hit your boat!“ rufe ich ihnen zu und machen handzeichen, das ich einen kreis fahre und es nochmal versuche, anzulegen. die beiden nicken und winken mich ran, helfen mir beim anlegen. klappt wunderbar. der eine verschwindet unter deck, der andere und das ist wohl der eigener, schaut finster. ich frage ihn, ob ich mir den schaden an seinem boot ansehen duerfe. er nickt. vier kleine aber tiefe kratzer im gelcoat. in gedanken sehe ich schon die selbstbeteiligung von meinem konto runter und den jahresbeitrag rauf gehen. verdammter mist. so kurz vor dem ende der reise. wir verstaendigen uns darauf den schaden morgen bei tageslicht anzuschauen. etwas frustriert sitze ich noch eine weile bei mir im cockpit. jetzt kochen? ne, der hunger ist mir vergangen. da steht ploetzlich der zweite neben meinem boot mit einer heissen tasse kaffee. dankend, aber etwas verdutzt nehme ich die tasse.

 

naechster morgen. ich klopfe am beschaedigtem daenischem boot. der eigner kommt mit einem zettel und einem schiffsausruesterkatalog auf die pier. er drueckt mir den zettel in die hand. darauf steht: spachtel 50 kr, gelcoat 300 kr. „is it ok for you?“ fragt er mich. „sure!“, was fuer eine erleichterung! und nebenbei entschuldigt er sich, dass er nicht mitbekommen habe, das jemand probleme beim anlegen gehabt habe…

 

 

kopenhagen, daenemark, 22.09.2013

im christianshavn liegt man in einem kanal mitten im zentrum von kopenhagen. toller ort! na, ich lass mal die fotos sprechen. soviel noch: einwohner fahren mit kloschuesseln durch die gegend, im tivoli schaue ich mir die bands „veto“ und „this floor is made of lava“ an und die bar „the union“ ist ein echter geheimtipp: kein schild, keine werbung. einfach eine schwarze holztuer in einer haeuserzeile. klopfen, und die tuer wird von einem kahlkoepfigen huenen geoffnet. freundlich zeigt er einem den weg. der laden brennt im wahrsten sinne des wortes; die barkeeper zuenden nachst um 4 uhr den tresen an…

 

 

anholt, daenemark, 17.09.2013

auf anholt war ich das letzte mal vor etwa dreissig jahren. aber veraendert hat sich hier bestimmt nichts. ist schon typisch daenisch; sandstrand, steilkueste, hagebuttenstraeucher. letzter mann im hafen, nach mir schaltet der hafenmeister den gebuehrenautomaten ab…