interessanterweise sieht es einem arbeitsalltag recht aehnlich. mit dem unterschied, dass es keinen samstag und sonntag gibt. dafuer gibt es aber auch keine vorgeschriebenen arbeitszeiten an den wochentagen. der durchschnittstag;
ich beginne mit dem fruehstueck gegen 9.00 uhr. espresso, brot mit aufschnitt, ei, orangensaft; kontinentalfruehstueck.
da ich den tag ueber an der pinne (ruder) sitze, mir unterwegs nichts kochen kann, schmiere ich mir eine paar brote und koche mir zwei eier mehr. schokolade und kekse fuer kurzfristige energie. banane und apfel sind staendige begleiter. die route habe ich mir am vorabend zurecht gelegt und in das ipad eingegeben. wetterbericht fuer start- und zielpunkt notiert. los geht’s.

 

 

40 seemeilen sind wohl ein guter durschnittstag. das bedeutet bei 4 knoten durschnittsgeschwindigkeit 10 stunden segeln. man hat sich daran recht schnell gewoehnt, beobachtet wolken, kueste, wasser, segel, gedanken:

… der duft der haut der ersten grossen liebe liegt in der nase, mit einem grinsen im gesicht freue ich mich ueber die erinnerung/ beobachte gleichzeitig zwei voegel, wie sie sich um beute streiten. -der ewige grosse kreislauf/ enstehen, vergehen- denke ich, und schaue uebers wasser/ wieviele gesichter dieses element doch hat!/ was kommt nach dieser reise?/ ich stelle mir hamburg in diesem moment vor: laut, hektisch, trotzdem mit reiz. freunde sitzen bei der arbeit; gehen ihrem alltag nach. ganz schoen weit weg/ was moechte ich in der zeit, die mir mit diesem leben gegeben ist, erreichen? wie moechte ich es erreichen?/ und was kommt danach? ich muss lachen; na, was neues, ist doch klar! …….

angekommen in der ankerbucht oder hafen, wird das schiff aufgeraeumt. war es kalt und nass, ist eine warme dusche/ sauna ein hochgenuss. essen gekocht. abends meistens warm: viel pasta, kartoffeln oder reis. gegend erkundet. wetterbericht ueber ukw oder internet eingeholt. das naechste tagesziel in das ipad eingegeben… oder ein tag geblieben…

 

 

etwas, was mir meine tante mit auf den weg gegeben hat. schoen diese zeilen hier oben zu lesen:

die natur ist die grosse ruhe gegenueber unserer beweglichkeit.
darum wird sie der mensch immer mehr lieben je faeiner und beweglicher er werden wird.
sie gibt ihm die grossen zuege, die weiten perspektiven und zugleich das bild einer bei aller unermuedlichen entwicklung erhabenen gelassenheit.

ch. morgenstern