Archives for the month of: August, 2013

soederhamn, schweden, 04.08.2013

heute abend wird bastian zusteigen und mich bis stockholm begleiten. ich werde gleich den goetakanal buchen und stelle fest, dieser ist dann schon in seiner nebensaison. und mir wird das erste mal deutlich, das der sommer sich dem ende neigt. das ging unglaublich schnell. und nach dem goetakanal? norwegen ist ein anderer urlaub. kopenhagen reizt mich, anholt auch. ist wetterabhaengig, wir werden sehen. hab auch lust auf mein altes revier flensburger foerde, sonderborg, alssund, dyvig. einfach mal sehen, wie es sich dort anfuehlt, nachdem man einmal um die ostsee ist…
stop! der sommer ist noch nicht vorbei. jetzt liegt stockholm und der stockholmer schaerengarten vor uns, goetakanal, goeteborg, …

 

hoega kusten, schweden, 27.07.2013

in oernkoeldsvik steigt patricia fuer eine woche dazu und wir durchstreifen zusammen die hoega kuesten. unesco weltkulturerbe. ein kleiner aber wunderschoener kuestenabschnitt, ankern in kleinen buchten mit bergpanorama im hintergrund, besuchen orte wie trysunda, mjaltoen, boenhamn. die landhebung von bis zu 9cm im jahr! ist hier allgegenwaertig. seit dem ende der letzten eiszeit hebt sich das land, befreit von dem druck der eismassen, hier besonders stark. alte ortsnamen, wie trysunda (drei sunde) deuten darauf hin; trysunda hat nur noch zwei sunde, einer ist durch die landhebung mittlerweile verlandet, der zweite wird in 35 jahren begehbar sein. auf mjaltoen liegen wir in einer rundum geschuetzten kleinen ankerbucht die man nur durch eine schmale zufahrt erreicht. mjaltoen ist schwedens hoechste insel; 236m. die kuppe ist wolkenumspuelt, macht nichts, wir bringen, dem brauch entsprechend, unseren stein auf die spitze. zurueck am boot feuern wir die kleine sauna an. herrlich.

 

 

naechster tag sonne pur und wir beschliessen dem nahegelegenen skuleberget, 293m, einen besuch abzustatten um unseren auf mjaltoen entgangenen ausblick nachzuholen. an dessem fuss liegt das hoegakustenmuseum, klar, dass wir das auch besuchen…
letzter abend: eine nordische spezialitaet kommt auf den tisch: surstroemming. dieser fisch wird ein jahr lang in salzlake in der dose vergoren. grob wussten wir, was uns erwarten wuerde; uebler gestank beim dose oeffenen und wirklich, es riecht stark nach altem katzenklo. probiert wird trotzdem. es schmeckt nicht so schlimm, wie es riecht, sehr salzig…
ich darf verraten, das wir nicht die ganze dose aufgegessen haben und das unser backup, graved lax, recht schnell zum einsatz kam… ; )

 

 

 

mellerstoen, schweden, 18.07.2013

seglar foer livet

hej!, ruft es neben mir. ich zucke gehoerig zusammen. liege in einer kleinen bucht der insel mellerstoen und hatte nicht erwartet, dass heute noch jemand den weg hierhin finden wuerde. zwei schweden mit kajaks liegen neben mir. ulrika und tim haben sich den spass gemacht und sich angeschlichen; ich habe sie nicht kommen hoeren.
wir verbringen einen schoenen abend zusammen. ulrika und tim sind seit knapp drei monaten unterwegs und paddeln die schwedische kueste entlang. im svinesund an der norwegisch-schwedischen grenze gestartet, sind sie jetzt kurz vor ihrem ziel haparanda. und sie paddeln fuer ein projekt, das tim ins leben gerufen hat: www.paddlaforlivet.com.

 

 

find ich klasse und beschliesse das zu unterstuetzen im sinne von `seglar for livet`.
ab jetzt wird gesammelt! fuer die umwelt, als dankeschoen an die ostsee…

 

 

die tage zuvor…

 

interessanterweise sieht es einem arbeitsalltag recht aehnlich. mit dem unterschied, dass es keinen samstag und sonntag gibt. dafuer gibt es aber auch keine vorgeschriebenen arbeitszeiten an den wochentagen. der durchschnittstag;
ich beginne mit dem fruehstueck gegen 9.00 uhr. espresso, brot mit aufschnitt, ei, orangensaft; kontinentalfruehstueck.
da ich den tag ueber an der pinne (ruder) sitze, mir unterwegs nichts kochen kann, schmiere ich mir eine paar brote und koche mir zwei eier mehr. schokolade und kekse fuer kurzfristige energie. banane und apfel sind staendige begleiter. die route habe ich mir am vorabend zurecht gelegt und in das ipad eingegeben. wetterbericht fuer start- und zielpunkt notiert. los geht’s.

 

 

40 seemeilen sind wohl ein guter durschnittstag. das bedeutet bei 4 knoten durschnittsgeschwindigkeit 10 stunden segeln. man hat sich daran recht schnell gewoehnt, beobachtet wolken, kueste, wasser, segel, gedanken:

… der duft der haut der ersten grossen liebe liegt in der nase, mit einem grinsen im gesicht freue ich mich ueber die erinnerung/ beobachte gleichzeitig zwei voegel, wie sie sich um beute streiten. -der ewige grosse kreislauf/ enstehen, vergehen- denke ich, und schaue uebers wasser/ wieviele gesichter dieses element doch hat!/ was kommt nach dieser reise?/ ich stelle mir hamburg in diesem moment vor: laut, hektisch, trotzdem mit reiz. freunde sitzen bei der arbeit; gehen ihrem alltag nach. ganz schoen weit weg/ was moechte ich in der zeit, die mir mit diesem leben gegeben ist, erreichen? wie moechte ich es erreichen?/ und was kommt danach? ich muss lachen; na, was neues, ist doch klar! …….

angekommen in der ankerbucht oder hafen, wird das schiff aufgeraeumt. war es kalt und nass, ist eine warme dusche/ sauna ein hochgenuss. essen gekocht. abends meistens warm: viel pasta, kartoffeln oder reis. gegend erkundet. wetterbericht ueber ukw oder internet eingeholt. das naechste tagesziel in das ipad eingegeben… oder ein tag geblieben…

 

 

etwas, was mir meine tante mit auf den weg gegeben hat. schoen diese zeilen hier oben zu lesen:

die natur ist die grosse ruhe gegenueber unserer beweglichkeit.
darum wird sie der mensch immer mehr lieben je faeiner und beweglicher er werden wird.
sie gibt ihm die grossen zuege, die weiten perspektiven und zugleich das bild einer bei aller unermuedlichen entwicklung erhabenen gelassenheit.

ch. morgenstern