toerehamn, schweden, 11.07.13

… richtung norden. nach 1964 seemeilen (3637 km) bin ich in toerehamn, dem noerdlichsten fuer segelboote erreichbarem ort der ostsee, angekommen. eine einsame letzte, gelbe tonne markiert das ende der ostsee. 65°54’07” n, 022°39’00” e. von nun an geht’s gen sueden…

an dieser stelle moechte ich allen firmen, meinen eltern, meiner grossmutter und meiner schwester + familie sowie freunden die mich unterstuetz haben und unterstuetzen, ein grosses dankeschoen aussprechen!

 

 

die tage zuvor…

marjaniemie, finnland, 08.07.13

unentschlossen laufe ich zwischen faein und dem 500 m entferntem internet hotspot am hotel hin und her. heute raus oder nicht? rufe immerwieder den aktuellen wetterbericht ab. alle zeichnen das gleiche bild: zum nachmittag soll es auf 7 m/s aus west abflauen. in solchen momenten moechte man dem wetterbericht auf die minute glauben. wir haben es 16.00 uhr und es weht ununterbrochen mit 12+ m/s aus west. die welle steht direkt auf die hafenausfahrt. wenn ich heute nicht den westwind nach haparanda nutze, werde ich fuer die naechsten tage hier festsitzen.
ich kann es selber kaum glauben; ich steuere gerade auf die hafenausfahrt zu. der aussenborder wird bei diesem wellengang gleich seine wirkung verlieren. ich setze das gross noch im hafenbecken, das zweite reff eingebunden. wir passieren die ausfahrt. motor verliert wirkung. ich rolle die fock aus, bringe das boot nach lee. das boot wird vom wind zurueck in richtung der greifbar nahen steinmole gedrueckt. langsam setzt die wirkung der segel ein. wir bekommen fahrt, kreuzen gegen die massive welle stampfend die hafenausfahrt auf. wenn in solchen momenten etwas schief geht; ich mag nicht drueber nachdenken.
draussen. kurs haparanda. ich hab das zweite reff die letzten wochen richtig lieb gewonnen. viel entspannter, trockener, weniger materialbeanspruchend bei nahezu gleicher geschwindigkeit. noch 60 sm. wir haben es 17.00 uhr. ich werde in den morgenstunden dort sein. der wind dreht auf nordwest. gegenan. es wird eine lange kreuz…

 

 

maakalla, finnland, 05.07.13

langsam zeichnet sich eine insel am horizont ab. maakalla. mein ziel.
zwei kinder spielen am strand. vor einer der huetten sitzen ein mann und eine frau. sie schauen entspannt zu. alles hier strahl schon jetzt eine unglaubliche ruhe und gelassenheit aus.
neugierig kommen die jungen zum steg gelaufen und ich werfe ihnen eine leine zu. der vater ruft von hinten, dass sie sie festhalten sollen. er hat sich ebenfalls auf den weg gemacht. gemeinsam vertaeuen wir faein. „die sauna ist noch heiß, komm, ich zeig sie dir… hast du schon etwas gegessen?“ ich schuettel den kopf. “wir haben noch geraecherten fisch wenn du magst.“
zum abendbrot gibt es frisch geraeucherten fisch mit butterbrot und ich beschliesse einen tag hier zu verbringen.
damals war diese insel ein stuetzpunkt fuer fischer und robbenjaeger. mittlerweile werden die kleinen huetten ausschliesslich als sommerhaeuser genutzt. die meisten von ihnen sind schon seit langer zeit in familienbesitz, denn, wer sich hier niederlassen darf bestimmt nicht das geld sondern die gemeinschaft. und auch die hutten haben allesamt aehnliche grundrisse und groesze. kein strom, kein suesswasser und nicht mehr als zwei fenster. so wie es frueher hier ueblich war. egal wer du auf dem festland bist, hier sind und leben alle gleich. interessante vorstellung.
„hast du lust morgen mit zum lachs zu kommen?“ holt janne, der vater der beiden jungen, mich zurueck aus meinen gedanken, “ich hab draussen reusen liegen!“ „na, sofort!“, lache ich ihn an.
abends sitzt die dorfgemeinschaft bei selbstgekeltertem „sommerwein“ vor einer der huetten. mir wird ein glas in die hand gedrueckt; ich soll probieren. der wein schmeckt erstaunlich gut. die verkostung dauert den restlichen abend. ella pflueckt wilde erdbeeren. ella gibt mir die haelfte ab. ella laechelt mich verschmitzt an. ella ist ueber siebzig.
ich werde ausgefragt. ich frage aus. alte deutschkenntnisse werden hervorgekramt. ich lerne etwas finnisch. geschichten werden erzaehlt. hier koennte ich einen ganzen sommer verbringen…

 

 

die tage vor maakalla…